I

Der Freimaurerbund ist eine Vereinigung freier Männer, deren Ursprung auf die mittelalterliche Bauherrenbruderschaft zurückgeht. Seine Grundlage ist das reine ethische Gesetz, das sich in den freimaurerischen Vorschriften ausdrückt, insbesondere in den sogenannten „Alten Pflichten der Freimaurer“.

II

Alle Menschen, unabhängig von ihrem Stand oder Beruf, unabhängig von ihrem materiellen Status oder ihrer Position, da sie alle unter den gleichen Naturgesetzen geboren sind, haben die gleichen Rechte in der Gesellschaft. Daher begegnen sich die Freimaurer als Brüder und betrachten ihren Bund als einen brüderlichen Bund. In diesem Sinne pflegen und verbreiten sie brüderliche Liebe auch gegenüber ihren Mitmenschen in profanen Kreisen.

III

Die gesamte Arbeit und das ganze Leben im Bund basieren auf Liebe, Wahrheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Ausgehend von dieser Grundlage überträgt der Bund diese Tugenden auf die profane Gesellschaft durch:

  • symbolische Rituale und Bräuche in der Königlichen Kunst;
  • die Erziehung eines humanen Gefühls gegenüber Mitmenschen;
  • ein ordentliches Leben, sowohl familiär als auch persönlich;
  • vorbildliche Arbeit an allem, was gut, schön und nützlich für das Ganze sowie für Einzelne ist.

IV

Die Freimaurer respektieren den Großen Architekten des Universums und tolerieren den Glauben eines jeden. Der Bund gehört jedoch keiner Sekte oder Dogmatik an; er übt weder religiöse noch kirchliche Kultpraktiken aus. Ein Bruder, unabhängig von seinem Glauben, ist willkommen.

V

Als offener Gegner der Einschränkung der Freiheit des Gewissens, des Glaubens und der Meinungsäußerung verteidigt der Freimaurerbund durch alle legalen Mittel diese individuellen Rechte. Ebenso ist der Bund als Verfechter des persönlichen Rechts und der Überzeugungen gegen jeden Druck und die Verhinderung religiöser oder politischer Überzeugungen.

VI

Die Freimaurer Serbiens lieben ihr Heimatland, sie sind ihm treu und ergeben. Sie betrachten es als ihre Pflicht, seine Freiheit, Unabhängigkeit und die Unverletzlichkeit seiner Einheit zu verteidigen und zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung und des Friedens beizutragen – mit Wort, Schrift und Tat. Daher können sie an jeder öffentlichen Angelegenheit teilnehmen, aber immer in Übereinstimmung mit den freimaurerischen Prinzipien. Durch diese Handlungen in ihrer Heimat tragen sie zum Wohlergehen der gesamten Menschheit bei.

VII

Logen sind friedliche und geschlossene Werkstätten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in ihnen gegenseitig über religiöse, politische und allgemein gesellschaftliche Themen informiert wird, aber immer im Rahmen der freimaurerischen Prinzipien. Persönliche Selbstbestimmung außerhalb der Logen ist jedoch frei.

VIII

Der Freimaurerbund nimmt in seine Mitte freie Männer von gutem Ruf auf, die vom Wunsch getragen sind, Tugenden und Moral in der Gesellschaft zu pflegen. Er unterscheidet nicht nach ihrer Nationalität, ihren politischen Überzeugungen oder ihrem zivilen Status. Er gestattet keine Propaganda für die Mitgliedschaft, sondern gibt die angeforderten Informationen nach eigenem Ermessen, nur wenn er der Ansicht ist, dass der Interessent ein würdiges Mitglied der großen freimaurerischen Familie ist.

IX

Die Geschichte des Freimaurertums, die freimaurerischen Prinzipien und Ziele sind kein Geheimnis, aber es ist den Mitgliedern der Bruderschaft verboten, uninitiierten Personen interne Rituale und anerkannte Erkennungszeichen preiszugeben.

X

Die Freimaurer sind verpflichtet, den Gesetzen ihrer Loge treu zu sein und ihre Unverletzlichkeit gegenüber allen zu verteidigen, die nicht dem Bund angehören; sie verteidigen die freimaurerischen Interessen und vermeiden es, freimaurerische Themen in profanen Kreisen zu diskutieren.

XI

Die Freimaurer haben das Recht, als freie Männer den Bund gemäß den bestehenden Vorschriften zu verlassen, wann immer sie es für angemessen halten.

XII

Das Familienleben unter den Freimaurern sowie der Umgang mit den Freimaurerfamilien und den profanen Kreisen wird auf der höchsten moralischen Grundlage gepflegt und als heilig betrachtet.

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